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Vizona Cosmetics Report

Fünf Fragen an Katrin Roth

Katrin Roth lebt und arbeitet in Basel als freie Journalistin und Moderatorin. Auf ihrem eigenen Blog sonrisa schreibt sie über Kosmetikprodukte und Dinge, die glücklich machen.


Welche Schönheitstrends spielen für die Kosmetikprodukte heute eine Rolle?

Wir bewegen uns zwischen Drag-Stil und völlig ungeschminkt: Die einen zelebrieren ein Maximum an Unnatürlichkeit und werden dafür auch gefeiert. Die Selflove-Bewegung hingegen sagt: Liebe und zeige dich mit allen deinen Merkmalen, auch mit deinen Makeln. Diese Suche nach Natürlichkeit gibt auch Bio-Produkten Vorschub. Naturkosmetik hat längst die Nische des Ökofreaks verlassen. Das Angebot wird immer breiter und man muss kaum noch Kompromisse eingehen.

Die Beauty-Branche steckt voller Versprechen, von Anti-aging über aluminiumfrei bis handgemacht. Was ist der Kundschaft wirklich wichtig?

Es kommt heute viel weniger auf den Inhalt eines Produktes an als darauf, wie dieser kommuniziert wird. Wovon Konsumenten die Nase voll haben, ist fehlende Transparenz. Ich würde Unternehmen raten, ehrlich zu allen Produkteigenschaften und Wirkstoffen zu stehen. Sonst suchen sich die Kunden ihre Infos irgendwo und das kann auch kontraproduktiv enden.


Viele reine Online-Anbieter wachsen schneller als die etablierten Marken. Was zieht Sie heute noch in ein Kosmetikgeschäft?

Die Beratung! Profis, die wirklich was können und auch sozial geschult sind. Empathisches Personal ist der Schlüssel zum Erfolg. Ich habe es erlebt, dass eine etwa 75-jährige Dame, die nur eine Abwechslung zur Nivea Blau suchte, 45 Minuten beraten wurde. Sie verließ den Laden mit drei Mustern, ohne einen Rappen dazulassen. Eine andere Kundin kaufte gleichzeitig für mehrere Tausend Franken ein. Beide wurden mit dem gleichen Respekt behandelt und informiert. Das ist das einzigartige Erlebnis des analogen Shoppings.

Wie sollten die Läden beschaffen sein?

Einladend und inklusiv. Fragen wie: „Bin ich reich, jung, hipp genug“, sollten gar nicht auf-kommen. Ich will experimentieren können, ohne mich unter Kaufzwang zu fühlen. Ein zwangloses Café-Ambiente kann dabei helfen. Gibt es Naturprodukte, passt ein Bio-Kaffee mit Mandelmilch auch super ins Konzept. Außerdem muss man Beautyprodukte erleben können: ob bei einem schnellen Touch-up, der Manikürestation oder einem Barbierservice für Männer.

Wo könnten sich in Zukunft noch Marktlücken auftun?

Beauty-Themen gehen unter die Haut, sie berühren das ganze Leben. Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass die Läden das ganzheitlicher abbilden, von der Ernährung bis zu medizinischen Aspekten. Auch das beginnt mit einem sensibilisierten Personal.

Bild: © Jehona Abrashi




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Burkhard Gössmann I Sales Director
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